EREB ALTOR, ISOLE 10.05.2013, Helvete Oberhausen

Die Vorfreude auf dieses Konzert war schon seit Monaten ziemlich groß, da es nun mal sehr selten vorkommt, dass man EREB ALTOR sowie ISOLE in Deutschland zu sehen bekommt. Beide Bands an einem Abend sehen zu können kam da erst Recht einem Wunder gleich, weshalb für mich auch sofort klar war, dass ich mir dieses Happening nicht durch die Finger gehen lassen würde, auch wenn man wie in diesem Fall 300 km Anreise auf sich nehmen musste. Egal, für Bands die mir soviel bedeuten wie eben EREB ALTOR und ISOLE macht man das gerne und zusammen mit STREETCLEANER-Wolle ging es an jenem Freitag auf in Richtung Ruhrgebiet. Als der dortige Metal-Club „Helvete“, der sich selbst als härtester Club im Pott betrachtet, pünktlich um 19 Uhr seine Pforten öffnete, waren wir gleich sehr angetan von dieser coolen Location, die sich für erhabene Undergroundkonzerte perfekt eignet. Im obersten Stock gibt es eine sehr gemütliche Bar und viele Sitzmöglichkeiten direkt an der Theke, selbst Billard kann man nahe der Bar spielen. Im Untergeschoss sind dann eine Metal-Disco sowie natürlich eine weitere Bar vorzufinden, ebenfalls sehr gemütlich und einladend gehalten. Etwas verwinkelt gelangt man dann auch zum Konzertraum, der zwar nicht allzu groß ist, aber dennoch Platz für ca. 200 Leute bietet.

Als EREB ALTOR pünktlich um 20 Uhr die ebenfalls überschaubare Bühne betraten, waren anfangs maximal 50 bis 70 Nasen vor Ort. Die Band startete gleich mit dem Opener „The gathering of witches“ vom noch aktuellem Werk „Gastrike“ und passend zum eher Black Metal lastigen Songmaterial präsentierten sich die Jungs mit Kriegsbemalung. Wie nicht anders zu erwarten mimte Crister alias „Mats“ den Frontmann von EREB ALTOR und ging besonders beherzt zur Sache – man merkte ihm sofort an, wie wichtig ihm diese Band ist, was auch durch aggressive Mimik und leidenschaftliche Gestik untermauert wurde. Daniel alias „Ragnar“ war für die Hintergrundgesänge zuständig und leistete seinen Beitrag zum Gelingen des Gigs. Einzig der neue Bassist war bisher noch nicht in Erscheinung getreten, mauserte sich aber schnell als echter Gewinn für die Band. Er passt nicht nur optisch gut zum Trio Infernale, sondern war ebenfalls mit viel Hingabe dabei und trat auch gesanglich immer wieder in Erscheinung, vorallem wenn tiefe Growlparts an der Reihe waren. EREB ALTOR spielten an diesem Abend einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens und wechselten geschickt zwischen dem Black Metal lastigen, neueren Songmaterial und den epischen, Bathory-beeinflussten Songs der ersten beiden Alben ab. Nach „The gathering of witches“ kam somit ein hymnischer, epischer Song an die Reihe und meine Freude war besonders groß, als mit „By honour“ einer meiner absoluten Lieblinge und der deutlich stärkste Song des Debütalbums angekündigt wurde. Und auch live konnte der Song auf ganzer Linie überzeugen, die Band ging dermassen leidenschaftlich und souverän vor, dass mir die ganze Zeit über ein anerkennendes Grinsen ins Gesicht gezaubert wurde. Einfach nur geil!

Im Anschluss daran war es erneut Zeit für einen Song aus der „Gastrike“-Phase, so dass die Band als nächstes „Dispellation“ anstimmte. Kam ebenfalls gut rüber, auch wenn ich mich schon wieder auf einen epischen Vertreter freute, schließlich wurde das Mammutwerk „The end“ bisher noch ganz ausgelassen. Doch damit war nun Schluss, denn ganz zu meiner Freude war es nun Zeit für „Balder’s fall“ und es zeigte sich, dass der Song auch live eine Macht ist und kaum epischer hätte klingen können. Ganz großes Kino. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Band auch weiterhin Songs dieser Ära spielen können, aber die Jungs blieben ihrem Schema treu und präsentierten mit „Seven“ einen weiteren, stürmischen Song der „Gastrike“-Phase, der aufgrund seiner Aggressivität ebenfalls sehr positiv vom Publikum aufgenommen wurde. Hatte die Band es am Anfang noch schwer, dass Publikum zu animieren und zum Grölen zu ermutigen, änderte sich dies im Laufe des Gigs immer mehr, so dass die Band nun nach jedem Song tosenden Beifall erntete. Doch leider war die vorgesehene Spielzeit für den Opener-Slot fast rum, so dass nur noch Zeit für einen einzigen Song blieb, der ganz zu meiner Freude wieder aus der „The end“-Phase stammte – die Band spielte zum Schluß ihres Sets mit „Myrding“ den sensationellen ersten Song nach dem atmosphärischen Intro und konnte erneut auf ganzer Linie punkten. Ein besseres Schlußlicht für den Gig hätte sich die Band nicht heraussuchen können und das sahen wohl alle Anwesenden so, denn kaum war der Song vorüber und die Band zum Abmarsch bereit, wurden die „Zugabe“-Rufe immer lauter und wollten nicht mehr abebben, man verweigerte der Band schon fast den Gang von der Bühne, so kam es einem vor. EREB ALTOR waren positiv überrascht und erfreut zugleich, dass sie als Opener-Band gleich solche Reaktionen hervorriefen und nach einer kurzen Besprechung kündigte Mats an, dass man noch einen Song zu Ehren des Meisters Quorthon spielen wird, was sofort frenetisch bejubelt wurde, vorallem weil es sich bei diesem Coversong auch noch um den Klassiker „Twilight of the gods“ handelte. Wohl keiner der Anwesenden kam bisher in den Genuss diesen Song live dargeboten zu bekommen, weshalb die Freude über diesen Coversong wirklich immens war. Quorthon wäre stolz auf seine Jünger gewesen und wenn es eine Band gibt, die den Geist Quorthons auf würdige Art und Weise am Leben erhält, dann sind es die schwedischen Landesmänner EREB ALTOR. Der Gig in Oberhausen war phänomenal und die weite Anreise locker wert.

Nach EREB ALTOR sollte nun eine Band Namens WRACK die Bühne entern. Wir entschieden uns jedoch dazu, dem Gig fern zu bleiben und lieber mit HAMMERHEART-Thor im Vorraum ein paar Bierchen zu trinken und auch mit Daniel/Ragnar von ISOLE/EREB ALTOR zu plaudern.

Um 22 Uhr waren dann ISOLE an der Reihe und wir schlenderten zurück in den Konzertraum, der sich mittlerweile schon gut gefüllt hatte. Das zweite Spiel der Schweden stand an und es zeigte sich gleich, dass hier die Positionen geändert wurden. Während Crister/Mats noch bei EREB ALTOR klar den Ton angab, wechselte er nun bei ISOLE an den Rand und machte dem stämmigen Bassisten Platz an der Front. Beim Gesang waren nun alle drei Personen gefordert und das oft sogar gleichzeitig, was wirklich sehr imposant rüberkam und enorm zur Stimmung beitrug. Auch hier bot die Band einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens und legte als erstes mit „The lake“ vom aktuellen Album „Born from shadows“ los. Im weiteren Verlauf wurden dann auch noch Songs vom „Silent ruins“-Album („Hollow shrine“, kam live besonders fett rüber) sowie vom „Bliss of solitude“-Album (der famose Opener „By blood“!) gespielt, so dass auch hier nur begeisterte Fans zurückblieben und die Band mit ordentlich Applaus belohnten. Mir kam der Gig von ISOLE sehr kurz vor, was aber daran lag, dass die Songs von ISOLE nunmal sehr lange dauern und letztlich spielte die Band auch gut eine Stunde ohne große Pausen durch. Und es zeigte sich auch hier, dass die Jungs wie schon bei EREB ALTOR mit ganz viel Herzblut bei der Sache sind und in ihren Songs regelrecht aufgehen. Beide Bands boten den Fans das volle Programm, so dass der geneigte Metal Fan sowohl in Sachen Viking -, Doom - und auch Black Metal voll auf seine Kosten kam. Für letztgenannte Musikrichtung kamen die Fans anschließend auch noch beim Headliner FORGOTTEN TOMB in den Genuß, der mir live auch deutlich besser gefiel als auf CD, aber letztlich war ich nur 2 Songs vor Ort. Wir entschieden uns wieder für den Vorraum und hatten dort noch Gelegenheit, mit Mats/Crister von EREB ALTOR ein kurzes Schwätzchen zu halten. Dieser erzählte uns, dass die Band wohl nicht noch einmal eine solche Doppelbelastung auf Tour auf sich nehmen würde und man von den Tourstrapazen völlig gezeichnet sei. Viel mehr freute er sich schon auf das neue EREB ALTOR Album „Fire meets ice“, welches wohl Ende Juli über Cyclone Empire erscheinen wird und als Mischung der letzten beiden Alben „The end“ und „Gastrike“ angesehen werden kann. Man darf also gespannt sein, was da aus dem Hause der Schweden in naher Zukunft veröffentlicht werden wird und so zog der sympathische Frontmann auch sichtlich erschöpft in seinen schwarzen Clogs von Dannen. Wir entschieden uns, die gemütliche Bar im Erdgeschoss erneut aufzusuchen um dort bei guter Mucke (gespielt wird hier nämlich alles kunterbunt gemischt, von Beherit bis hin zu W.A.S.P!) ein paar letzte Bierchen zu vernichten und den sensationellen Konzertabend würdig ausklingen zu lassen.

Christian Metzner / HAMMERHEART Zine

Live Pix: Wolfgang Schmeer / STREETCLEANER Zine

CRYPTOPSY, CATTLE DECAPITATION, DECREPIT BIRTH, u.a., 16.04.2013, Darmstadt Steinbruchtheater

The Last Shot Of War

Nach dem geilen Vader Konzert am Sonntag sind diesmal die ganz harten Bands am Start. Hier haben glaub ich die meisten auch auf die letzten drei Bands gewartet. Eröffnet haben die Belgier The Last Shot Of War. Zu lauschen gab es Hardcore / Metalcore der sehr heftigen Sorte. Passte zwar irgendwie nicht so ganz zur Tour, aber ich fand die Jungs geil. Schön heftiger Hassbrocken. Die Synthies die wohl auf der CD mit dabei sind, waren wenn nur sporadisch vom Band zu hören. Ich fand die Jungs irgendwie gut und interessant, ärgere mich dass ich mir keine CD geholt habe. Für Fans die auf modernen Deathcore, Hardcore / Metalcore stehen ist diese Band empfehlenswert. Die aktuelle Scheibe hört auf den Titel „Piece Of Hate“ (es gibt aber auch noch „The Final Answer“ aus dem Jahre 2010).

Die zweite Truppe Eyeconoclast kommt aus Italien. Gegründet wurde die Band 2002 in Rom und zu hören gibt es Death / Thrash. Die Band hat 2 Demos, 2 EP´s und zwei CD´s auf den Markt gebracht. Bis zu diesem Abend war die Band mir aber unbekannt und ich glaube im Gegensatz zur ersten Band werde ich Eyeconoclast auch nicht weiter groß verfolgen. Sie waren okay, aber mehr auch nicht. Die Truppe hat einen Vertrag mit Prosthetic Records. [ws]

Decrepit Birth

Ich war nur aus einem einzigen Grund heute im Steinbruch, weil ich mir unbedingt die verrückten Amis Decrepit Birth anschauen wollte und ganz ehrlich, die Fahrerei hat sich echt bezahlt gemacht. Die Jungs konnten von Beginn an überzeugen und boten die volle Schlagseite in Sachen Death Metal. Es ging gleich mit dem „…and time begins“-Klassiker „The infestation“ richtig los und die Band präsentierte sich wie von der Tarantel gestochen. Vorallem der neue Drummer zog alle Blicke auf sich, da dieser so dermaßen heftig an den Drums abging, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Echt unmenschlich, was der da alles so anstellte, aber andererseits auch nicht weiter verwunderlich, wenn man sich vor Augen führt, dass früher hier mal Tim Yeung hinter der Schießbude saß, der heutzutage ja im Dienste von Morbid Angel steht. Der schmächtige Frontmann Bill Robinson, der einem Interview zufolge obdachlos und eingefleischter Surfer ist, animierte das Publikum immer wieder zum Mitmachen und konnte schon während der Umbaupause alle Blicke auf sich ziehen, als er wild ins Mikrofon grunzte und gar unmenschliche Töne von sich gab, die man ihm so gar nicht zugetraut hätte, da außer Sehnen und Knochen nicht viel an ihm dran ist. Egal, Decrepit Birth legten eine enorme Spielfreude an den Tag und konnten vollauf überzeugen und spätestens als zum Schluss noch der Death-Klassiker „Empty words“ zelebriert wurde, hatte die Band wohl alle Fans von sich überzeugt. [cm]

Cattle Decapitation

Cattle Decapitation waren jetzt am Start. Heftig, heftiger, Cattle Decapitation. Voll krass geht es hier textlich ab über die Misshandlung von Tieren und Umweltverschmutzung. Die Herren gingen ab wie nix, jedoch solche Mucke musste man lieben um damit eins zu sein. Jetzt wurde es aber nach Decrepit Birth nochmal so richtig heftig. Sänger Travis ließ so richtig die wütende Sau raus und röchelte was das Zeug hielt. Diese 1996 gegründete Deathgrind Band aus San Diego kam bei fast allen im Bruch anwesenden Besuchern sehr gut an. Jetzt gab es Goregrind in 110%iger Ausfertigung für alle Fans. Für die einen oder anderen klingt die Musik irgendwann gleich, null Abwechslung oder dergleichen. Für Fans der Band war dies aber ein gefundenes Fressen. [ws]

Cryptopsy

Ich muss gestehen, dass Cryptopsy überhaupt nicht meine Baustelle sind. Zu konfus, zu chaotisch und ja, zu stressig sind die Jungs für meine Begriffe, auch wenn ich ihnen musikalisches Können gar nicht abstreiten möchte. Auch der Sound war mittlerweile sehr fett und brachte die Songs der Kanadier mehr als wirksam rüber. Dennoch kann ich mit dahingekotzen Hassbratzennummern nur sehr wenig anfangen, da mir dann doch irgendwo die Melodie fehlt. Für Fans von Cryptopsy war das egal, sie wurden von ihren Idolen mehr als würdig bedient und feierten die Band auch entsprechend ab, die wiederum die Fans desöfteren zum wilden Moshpit anfeuerten. Wolle und ich hatten irgendwann genug Krach gehört und verließen vorzeitig den Steinbruch. Ich bin mir dennoch sicher, dass die anwesenden 140 Fans voll auf ihre Kosten kamen, was man auch daran sehen konnte, dass Unmengen an T-Shirts an diesem Abend verkauft wurden. Ich saß eine ganze Zeit an der Bar und beobachtete das Treiben vor dem Merchandise-Stand und war echt überrascht, wie viele Shirts gleich gekauft wurden. Manche Besucher kauften gleich von allen Bands Shirts, was ein eindeutiger Beleg dafür ist, dass diese Tour für Krachfetischisten ein gefundenes Fressen war, was man auch anhand der getragenen Shirts im Steinbruch schnell erkennen konnte. [cm]

 

Wolfgang Schmeer / STREETCLEANER Zine (auch Live Pix)

Christian Metzner / HAMMERHEART Zine

VADER, MELECHESH, STERBHAUS, WILD, 14.04.2013, Darmstadt Steinbruchtheater

Sterbhaus

Eröffnet wurde der Abend in Mühltal von den Franzosen WILD (gegründet 2000 unter dem Namen WILD Karnivor, ab 2004 WILD). Mit ihrem mittlerweile dritten Album „Agony Of Indecision“ (über Season Of Mist / Klonosphere) geht man mit diesem Vierer-Pack auf Tour durch Europa. Das noch recht spärlich gefüllte Steinbruch-Theater sieht WILD zum ersten Mal. Die Stimmung ist daher auch noch nicht so gut, denke die meisten warten doch eher auf Vader & Melechesh. Musikalisch ist das was die vier uns zu Gehör bringen eine Mischung aus Thrash, Death und Rock `n`Roll. Die knapp 30 Minuten Spielzeit waren gut, doch ob die Band dadurch am heutigen Tag mehr Freunde gefunden hat glaube ich mal eher nicht. Ich kannte die Band bisher nicht und ich ziehe mir da doch eher Scheiben von Vader und Melchesh rein.

Nach kurzer Umbaupause waren dann Sterbhaus aus Schweden an der Reihe. Mit den beiden Scheiben der Band war ich noch nicht so ganz eins. Klingt nicht schlecht, aber haut mich nicht um. Live ging es einen Tick besser zu Werke. Death / Thrash mit stampfenden Riffs ohne auf irgendwelche Trends zu horchen. Weder old noch new school. Leider gab es hier und da aber kleine Ausfälle der linken Box, die aber von der Technik sofort wieder zu behoben wurden. Daher gab es keine großen Probleme. Auch Sterbhaus gingen nach knapp 30 Minuten wieder von der Bühne und mittlerweile war der Bruch doch schon recht gut gefüllt.  

Der richtige Gang vor die Bühne war erst nach diesen beiden ersten Bands zu sehen, auf Vader und Melechesh haben doch die meisten gewartet. Was jetzt kam kann man nur noch so beschreiben - ein gewaltiger Sturm braut sich über dem Land zusammen und bläst alles weg ohne zu schauen was da vor ihm steht. [ws]

Melechesh

Die Kombination Melechesh und Vader gab es ja früher schon mal gemeinsam auf Tour und so durfte man sich nun auf ein Wiedersehen beider Bands im Steinbruch freuen. Ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass beide Bands nochmal so eine Schippe drauflegen würden, denn sowohl Melechesh als auch Vader waren an diesem Abend einfach nur eine Macht. Melechesh hatten bei den beiden vorigen Konzerten im Steinbruch oft mit dem Sound zu kämpfen, was die Freude ein wenig trübte, heute jedoch lief alles wie am Schnürchen und der geneigte Fan bekam einen astreinen Sound präsentiert, was auch die Spielfreude der Jungs enorm ankurbelte. Zwar haben Melechesh seit dem letzten Gig im Bruch kein neues Album veröffentlicht, dennoch kam hier jeder auf seine Kosten, da die Jungs um den sympathischen Frontmann Ashmedi viele Klassiker zum Besten gaben und hierbei vorallem Songs der letzten beiden Knalleralben „Emissaries“ und „The epigenesis“ spielten. Eine perfekt aufeinander eingespielte Band in absoluter Spiellaune und tolle, originelle und höchst abwechslungsreiche Songs, was will man mehr? Die Fans feierten Melechesh verdientermaßen ab und so stark wie heute hatte ich die Jungs auch noch nicht gesehen. Hoffentlich folgt demnächst ein neues Album, so dass man die Jungs bald wieder im Steinbruch sehen kann.

Vader

Vader haben wir im Laufe der Jahre so dermaßen oft gesehen wie kaum eine andere Metal Band. Einige der Gigs waren durchschnittlich, die meisten hingegen eine echte Wucht. Der letzte Gig von Vader, als diese mit Krisiun ebenfalls im Steinbruchtheater zu Gast waren, verlief für die Polen nicht so glücklich, da die Vorband Krisiun hier den Headliner geradezu an die Wand spielte. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass Peter zum ersten Mal mit neuer Mannschaft unterwegs war und man merkte einfach, dass hier noch nicht so alles klappte. Auch der Sound war damals für Vader-Verhältnisse höchstens durchschnittlich. Doch das war alles Schnee von gestern, weil Vader am heutigen Tag eine wahre Lehrstunde boten und wirklich auf ganzer Linie punkten konnten. Schon während Melechesh noch ihren Set spielten, konnte ich Peter beobachten, wie er sich auf seinen bevorstehenden Gig konzentrierte und auf seiner Gitarre einspielte. Der ganze Vader-Gig war einfach nur der Hammer und so stark wie heute habe ich Vader schon lange nicht mehr gesehen – ab dem ersten Song dominierte die Band in jeglicher Hinsicht und schmetterte einen Kracher nach dem anderen aus den Ärmel, frenetisch abgefeiert von den anwesenden Fans, die sich mittlerweile alle vor der Bühne versammelt hatten und die Band abfeierten. Im Fokus standen auf dieser Tour die beiden Veröffentlichungen „Sothis“ und „Black to the blind“, was für eingefleischte Vader-Fans sicherlich äußerst interessant war. Das aktuelle Album „Welcome to the morbid reich“ wurde hingegen nur mit zwei Songs (dem Titelsong sowie „Come and see my sacrifice“) bedacht. Das änderte dennoch nichts daran, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskam, da Vader in jeglicher Hinsicht brillierten. Alleine die Gitarrensoli von Peter sind nicht von dieser Welt, aber auch der Rest der Mannschaft konnte beindrucken – vorallem zeigte sich auch, dass man mittlerweile wieder eine eingespielte Einheit ist, die gleich einem Panzer alles niedermäht, was sich in den Weg stellt. Vader waren heute ohne Zweifel die absoluten Kings und boten eine Lehrstunde in Sachen Death Metal, der so präzise, brutal und anspruchsvoll dargeboten wurde, dass jeder Death Metal Fan voll auf seine Kosten kam. Als dann im Zugabeteil noch der Slayer-Klassiker „Hell awaits“ so dermaßen tödlich dargeboten wurde, dass selbst Slayer vor Neid wohl kapitulieren würden, gab es überhaupt kein Halten mehr. Ganz klar, Vader sind und bleiben eine Macht im Death Metal Sektor und wir werden ganz sicher bei der nächsten Tour wieder anwesend sein, denn bei Vader bekommt man nach wie vor eine Vollbedienung geboten! [cm] 



Wolfgang Schmeer / STREETCLEANER Zine (auch Live Pix)

Christian Metzner / HAMMERHEART Zine

Riverside, Jolly, Dianoya - Köln, Live Music Hall, 25. März 2013

Während Jolly vor einem knappen Jahr um die Ecke im kleinen, gemütlichen Underground vor einem sehr überschaubaren Publikum ein persönliches Konzert zum Besten gegeben haben, kommt das sympathische Quartett aus New York nun im Vorprogramm der polnischen Art-Rock-Helden in die gut gefüllte Live Music Hall und spielt vor rund 50 mal mehr Menschen – so schnell kann das gehen… doch der Reihe nach: zuerst betreten Dianoya die Bühne, die zwei Nummern zu groß ist für ihren den Kinderschuhen kaum entwachsenen und ziemlich unentschlossen mit dem Mainstream flirtenden Rock. Mehr als Höflichkeitsapplaus für die nicht gerade saubere Performance ist bei allem Wohlwollen des im Altersdurchschnitt erstaunlich gesetzten Publikums nicht drin. Auch mit recht spärlicher Beleuchtung geht hingegen bei Jolly schnell die Sonne auf, denn die Jungs haben mehr positive Melodien im Ärmel als Ganoven Asse, und sie strahlen Spiel- und Lebensfreude auf eine ansteckende Weise aus, die erlebt werden möchte. Kontraste von harten Riffs, episch wuchtigen Andeutungen und melancholischen Gesangseinlagen gehören zum Standard-Repertoire der Amerikaner, die ihr Glück kaum fassen können, nach der Attacke von Wirbelsturm Sandy auf den Proberaum wie die Wohnung des Schlagzeugers Louis Abramson schon wieder mit gerade rechtzeitig eingespieltem Album auf Tournee gehen zu können. An diesem Traum-wird-wahr-Gefühl lassen die vier eigenwillig gekleideten Herren das Publikum nicht nur musikalisch teilhaben, denn der barfuß spielende Drummer lässt es sich nicht nehmen, mit der Halle den schönsten 30. Geburtstag seines Lebens zu feiern. Sänger und Gitarrist Anadale hat in den vergangenen elf Monaten eine gute Portion Schüchternheit zugunsten rock’n’rolliger Lässigkeit eingetauscht und macht als kontaktfreudiger Frontmann mittlerweile eine richtig gute Figur. Neben „Dust nation bleak“ vom frisch erschienenen zweiten Teil der „Audio guide to happiness“-Reihe bleiben vor allem das „Where everything’s perfect“ und die radiofreundliche „Hit-Single“ „Joy“ hängen. Und der Traum geht für die jolly good fellows nach einem kurzweiligen Konzert zunächst ganz wundervoll weiter: Anadale schaut Riverside vom Bühnenrand aus zu, als wäre er im siebten Himmel gelandet, und auch das Geburtstagskind gibt sich das Vergnügen aus nächster Nähe. Die polnische Band steigt nach der Umbaupause mit einer Souveränität in ihren Set ein, dass man nach ein paar Minuten vor lauter Konzentration fast das Atmen vergessen könnte: das Bass-Solo, welches Mariusz Duda zockt, kann sich aber auch wirklich hören lassen – Gefühl über Frickelei, und dennoch ein sehr forsches Tempo, was er da vorlegt - und überhaupt: was hat der Kerl in all den Jahren an Selbstvertrauen zugelegt! Seine Gesangsdarbietung steht seinem Bassspiel in Virtuosität heute Abend in kaum etwas nach und transportiert eine Bandbreite melancholischer Gefühle, die mehr als einmal unter die Haut gehen… Piotr Grudzinski ist ein kongenialer Partner an seiner Seite, welcher der Gitarre ein ums andere Mal Melodien mit anrührendem Feingefühl entlockt, während Michal Lapaj am Keyboard die feurigen Vintage-Rock-Momente setzt: der Gruß nach oben in Form des energisch angespielten Motivs von „Perfect Strangers“ wird lautstark begrüßt und ein Großteil der Anwesenden verbeugt sich mit Riverside vor Jon Lord (r.i.p.). Wie nicht anders zu erwarten, zünden die Songs vom gleichnamig betitelten neuen Album „Shrine of new generation slaves“ (Duda kündigt die „S.O.N.G.S.“ zunächst humorvoll lakonisch an) live mit Eingängigkeit, Härte und tollen Melodien, und Riverside spielen einen formidablen Set – bis, ja, bis das passiert, was an einem solchen Abend einfach nicht passieren sollte: zunächst knackt und rauscht es, dann plötzlich reißt jemand an den Lautstärkereglern, als ob für die größten Schwankungen ein Preis ausgelobt sei. Was sich anfangs als leichte Störung in einem bis dato klaren wie schönen Klangbild bemerkbar macht, wächst sich zur akustischen Katastrophe aus, sehr zur Irritation auf wie vor der Bühne, so dass das Quartett sogar mitten im Lied abbrechen muss. Lapaj fordert Schlagzeuger Piotr Kozieradzki in der Zwangspause zum kurzen Duell heraus und dieser antwortet auf die angedeutete Fuge des Tastenritters mit nahezu grindiger Kompromisslosigkeit. Ob es dem Zufall oder spontaner Vorahnung geschuldet ist, dass ausgerechnet „Panic room“ den Wiedereinstieg markiert? Die Vorfreude über den knackigen Track vom thematisch aufwühlenden dritten Album währt nur kurz – nach erneutem Knacken, es ist kein Witz, dreht mal wieder jemand hörbar panisch an den Lautstärkereglern. Bei einem garstigen Punk-Konzert wäre das vielleicht noch zu verschmerzen, bei dem klangmalerisch zwischen Pink Floyd, Porcupine Tree und Deep Purple schwebenden Art / Heavy Rock von Riverside ist ein solcher Problemlösungsversuch absolut ärgerlich. „I think we have to save the show“, kommentiert ein sichtlich geknickter Duda, der die Tour mit ihren bisherigen Pannen Revue passieren lässt, während einige Bühnen- und Tontechniker vieles probieren, um letztlich noch einen würdigen Konzertabschluss zu ermöglichen: „Conceiving you“ eröffnet den Zugabenteil mit leisen Klängen, bei denen mir eine Gänsehaut über den ganzen Körper läuft, bevor es die Band noch einmal virtuos krachen lässt. „Celebrity touch“ reiht sich bereits jetzt schon in die Reihe der Riverside-Klassiker ein, und auch wenn auf der „New generation tour“ offenbar längst nicht alles glatt läuft, braucht einem um die Zukunft der atmosphärisch dichten Rock Musik, die Melancholie und Härte verbindet, weniger bange sein als um das von Riverside eindringliche portraitierte Schicksal der Menschen in einer von Technik verbauten Welt.

Thor Joakimsson Wanzek / HAMMERHEART Zine

ALICE COOPER – „Night of fear“-Tour, 03.11.2012, Frankfurt Jahrhunderthalle

Der Meister himself Alice Cooper hatte zu Tische gebeten am 3. November 2012 in die wunderschöne Jahrhunderthalle in Frankfurt und da es sich um das einzige Konzert von Alice Cooper in Deutschland handelte, war die Halle auch ordentlich gefüllt. Kein Wunder, denn man weiß schon im Voraus, dass man bei Herrn Cooper das volle Programm geboten bekommt und zudem waren die Konzertkarten mit 44 € bis 48 € sehr fair, wenn man sie mit den horrenden Ticketpreisen anderer Künstler vergleicht. Und auch heute sollte niemand enttäuscht werden.

Doch bevor es soweit war, spielte noch eine deutsche Vorband, deren Namen ich leider nicht mitbekam, da der Sänger diesen nicht laut genug nannte. Ich befürchtete zunächst das Schlimmste, als ich die Burschen sah, die zudem noch reichlich bemalt auf die Bühne kamen. Jedoch waren sie musikalisch eher soft unterwegs und boten solide Hardrock-Kost mit deutschen Texten für die Ohren. Um halb 9 war auch schon Schluss und die Umbauarbeiten für den Hauptact wurden eingeleitet.

Alice Cooper begann mit seinem Set um 9 Uhr, als endlich die Lichter ausgingen und das geniale Instrumental „The underture", ein Medley aus seinen „Welcome to my nightmare"- und „Welcome 2 my nightmare" – Alben eingespielt wurde, während sich die Band hinter dem Vorhang positionierte. Als der Vorhang dann endlich von der Decke fiel, wurde der erste Klassiker „Hello Hooray" vom besten Cooper-Album „Billion dollar babies" gespielt und kurz darauf erschien der Meister in knallrotem Outfit auf der Bühne, frenetisch bejubelt vom Publikum. Und spätestens da war schon klar, dass uns ein toller Abend bevorstehen würde: der Sound war glasklar und auch nicht zu laut, die Bühne liebevoll dekoriert, die Band sichtlich gut gelaunt und Alice Cooper in Bestform. Auch seine Stimme war an diesem Abend top! 

Nach „Hello Hooray" kam dann die erste gelungene Überraschung in der Setlist, da Alice Cooper endlich mal wieder den Kracher „House of fire" vom „Trash"-Album brachte und dieser live besonders gut rüberkommt – sollte er definitiv häufiger spielen! Danach wurde ein weiterer Klassiker der „Billion dollar babies"-Ära gewürdigt, als „No more Mr. Nice Guy" durch die Halle dröhnte und für Stimmung sorgte. Mit „I'll bite your face off" kam anschließend mein Lieblingssong vom aktuellen Album „Welcome 2 my nightmare" und wie auf Platte ist dieser Song auch live eine echte Granate. Es folgten „Be my lover", „Caffeine", „Billion dollar babies" sowie „The congregation", also eine bunte Mischung aus ganz aktuellen Songs und uralten Klassikern, bis dann endlich mein absoluter Favetrack von Alice Cooper ertönte: "Hey stoopid"! Was für ein megageiler Song und ich bin so froh, dass er diesen Song endlich wieder live spielt (wie auf der letzten Tour auch), denn dieser Song gehört meiner Ansicht nach in die Setlist eines jeden Cooper-Konzerts! Auch „Dirty diamonds" im Anschluss kommt live besonders gut rüber, da es sich ja auch um ein recht flottes Stück handelt und Cooper die Gunst der Stunde nutzt, Halskettenattrappen unter die Meute zu bringen. Es folgte ein kleines Drummersolo, welche dem Rest der Band die Gelegenheit gab, sich umzuziehen, nur um dann mit einem weiteren echten Cooper-Klassiker zurückzukehren: „Welcome to my nightmare". Klasse, Cooper erschien in einem wahrhaft geisterhaften Kostüm und wirkte wie ein gruseliger Geschichtenerzähler, der uns das Fürchten lehren wollte. Zwar wurde der Song nicht in voller Länge ausgespielt, jedoch verfehlte er seine Wirkung mitnichten. „Ballad of dwight fry" wurde als nächstes gebracht und Alice Cooper ein weiteres Mal in die Zwangsjacke gesteckt, aus der er sich im Verlauf des Songs aber wieder zu entfesseln und gegen seine Wiedersacher zu behaupten wusste – und das in Alice-typischer Manier mit wildem Remmidemmi und Gepöbel! „Go to hell" war da klares Signal an seine Wiedersacher, die fortan die Bühne verließen. Das absolute Schmankerl und die wohl größte Überraschung des Abends folgte nun, denn Alice Cooper spielte den Song „He's back (the man behind the mask"), welcher auf dem „Constrictor"-Album zu finden ist und als Soundtrack für den Film „Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt" diente – und es zeigte sich, dass dieser Song live besonders fetzt und für ordentlich Stimmung sorgte, von daher sollte Alice Cooper auch diesen Song viel häufiger spielen. Lustig auch deshalb, weil sich dieser Song natürlich besonders dafür eignet, eine nette Show drumherum zu bieten – in diesem Fall in Form eines aufdringlichen Paparazzi auf der Bühne, der sich lautstark mit Alice Cooper und seiner Band anlegte und dann die gerechte Strafe bekam, als Jason mit Maske und Machete die Bühne betrat und sich diesem „Problemfall" liebevoll annahm – zum Wohle des Publikums, welches diese Aktion mit ordentlichem Beifall bedachte. Bei „Devil's food" kam Alice mit seiner Boa Constrictor auf die Bühne zurück, nur wollte die Schlange dieses Mal nicht so ganz mitmachen und positionierte sich ständig so ungünstig auf den Schultern des Herrn, dass dieser sich richtig anstrengen musste, die Oberhand zu behalten – war wohl nicht ihr Tag an diesem Samstag!

„Feed my Frankenstein" wiederum bot großes Kino, da Alice in neuem Kostüm die Bühne betrat und im Verlauf des Songs aufopferungsvoll zum Selbstversuch von seinen willigen Helfern festgebunden wurde, um an ihm herumexperimentieren zu können – das Ergebnis waren zunächst kleinere Feuer und Rauchschwaden, aber wenig später betrat ein übergroßer Frankenstein die Bühne und rockte mit der Band den letzten Teil des Songs – tolle Show! Danach folgte ein Teil der Show, dem ich bei Bekanntgabe der neuen Setlist zunächst etwas skeptisch gegenüber stand, da Alice seinen verstorbenen Freunden Jim Morrison, John Lennon, Jimi Hendrix und Keith Moon gedachte und jeweils einen Song dieser Legenden in typischer Alice-Manier zum besten gab. Im Falle von Jim Morrison war dies „Break on through (to the other side)", bei John Lennon "Revolution", Jimi Hendrix wurde mit "Foxy Lady" gewürdigt und Keith Moon mit dem The Who-Klassiker „My generation". Toll, gerade die letzten beiden Songs waren live der Oberhammer und wurden von der Meute regelrecht abgefeiert – hat man so auch auf keiner Alice Cooper Tour bisher erlebt. Schließlich wurden noch die großer Cooper-Klassiker „I'm eighteen", „Under my wheels" (live immer wieder klasse) sowie natürlich „Poison" gespielt, als danach die Lichter ausgingen und die Fans eine Zugabe forderten. Es dauerte auch nicht lange und die Band und ihr Anführer kamen zurück auf die Bühne und boten mit dem wohl größten Cooper-Hit „School's out" nochmal eine fulminante Show, wobei natürlich auch übergroße Luftballons, Konfettiregen und Pyroeinlagen nicht fehlen durften – genauso wenig wie die Integration des Pink Floyd-Klassikers „Another brick in the wall (Part II)"! Danach war dann wirklich Schicht im Schacht und die Fans überglücklich nach einer erneuten Vollbedienung des Herrn Cooper. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass Alice Cooper für mich das beste Konzert seit der „Welcome to the brutal planet"-Tour gespielt hat und ich habe keine einzige Tour seit dem 96er „The last temptation"-Album ausgelassen. Es hatte einfach alles gepasst und Alice Cooper präsentierte sich erneut fit wie ein Turnschuh. Und so lange er sein Publikum weiterhin so gekonnt unterhalten kann, freue ich mich über jeden Zwischenstopp hier in Deutschland. In diesem Sinne: remember the Coop!

Christian Metzner / HAMMERHEART Zine

Christmas Metal Meeting Teil II 09.12.-10.12.2011 Geiselwind – Eventhalle

14 Tage zuvor traf sich die Metalgemeinde in Lichtenfels zum ersten Christmas Metal Festival bei dem unter anderem Bands wie Venom, Hammerfall, Anvil, Heathen, Immortal, Exodus, Lordi usw. auf der Bühne standen. Leider konnten wir aus beruflichen Gründen diesem Happening nicht beiwohnen, obwohl gerade der erste Festivaltag unser Interesse auf sich zog.

Doch nun zum zweiten Gipfeltreffen im beschaulichen Geiselwind. Herr Strohofer, von Joey DeMaio liebevoll „Godfather of Geiselwind“ getauft, stellte abermals seine kultige Location in den Dienst des Heavy Metal, was von vornherein schon ein Garant für ein spannendes Festival war, gehört diese Eventhalle doch zu den schönsten und besten Konzerthallen für solche Anlässe. [chris]

Einlass war am Freitag 09.12. um 12:30 und als erste Band standen M.I.God auf der Matte. Die Band aus dem Nürnberger Eck spielen eine Mischung aus Rock, etwas Pop und klar auch Metal. Einige Anleihen von Disturbed kann man sicherlich nicht ganz verleugnen. Mit drei Eigenpressungen (davon eine 7 Song CD mit dem Titel „Oceans“ aus dem Jahre 2005) machte man durchaus auf sich aufmerksam. Zweite Truppe waren In Legend - das Piano Metal Projekt des Van Canto Drummers Bastian Emig. Man hat neben einer EP auch über SPV 2010 das Debüt Werk mit 14 Stücken veröffentlicht. Im Anschluss daran gab es dann eine längere Pause, da Sharphead es nicht geschafft haben zu ihrem Gig zu kommen. Ist sehr schade, da hätte man doch eher die eine oder andere Band etwas länger spielen lassen können. Na ja, kann man wohl nix machen.

Als wir dann endlich in der Halle eintrafen, waren Suidakra leider schon in den letzten Zügen ihres Gigs. Wie gewohnt gab es guten Melodic Death Metal mit ein paar Folk Metal Einflüssen.

Die Halle war zu diesem Zeitraum (ca. 16 Uhr) schon recht gut gefüllt.

Nachfolger auf der Bühne waren dann die neuen Festival Anheizer Van Canto (mit einigen Cover Songs von Maiden „Fear Of The Dark“, Manowar, Metallica etc., sowie auch eigene Stücke). Die A-Capella Truppe tingelt mittlerweile von Festival zu Festival und bringt ihre Mucke ohne Bass und Gitarre so gut rüber, dass es immer mehr Fans auf ihrer Seite gibt. Es ist zwar musikalisch gesehen irgendwie was Eigenes, aber nicht unbedingt das, was man unbedingt Live sehen muss. Sorry. Für viele ist die Band mittlerweile absoluter Kult und sorgt wohl bei vielen Festivals für viel gute Stimmung unter der Meute. Wer’s braucht… [wolle]

Auf die Melodic Metal Helden von Powerwolf habe ich mich im Vorfeld schon sehr gefreut, da ich die Band bereits zweimal erleben durfte und jedes Mal äusserst angetan von der Livedarbietung ihres exzellenten Songmaterials war. So auch in Geiselwind, denn die Band konnte von Beginn an auf ganzer Linie überzeugen. Das lag zum einen an den wirklich hymnenhaften Songs, die sofort mitgesungen werden können, als auch an der rundum professionellen Liveshow. Die Jungs wissen einfach, wie sie ihren teilweise sicherlich kitschigen Kirchenkuschelkurs in Szene setzen können, so dass auch der fanatischste Black Metal Anhänger dem Kreuzzug der Wölfe nicht wiederstehen kann. Und mit Attila Dorn hat man ohnehin einen der derzeitig wohl charismatischsten Sänger in den eigenen Reihen, der auch stimmlich auf hohem Niveau singt. Zwar dachte ich zunächst, Matthew Greywolf hätte sich von seiner langen Matte getrennt, doch kam im Verlauf des Gigs die Auflösung, dass dieser sich gesundheitsbedingt auf heimischer Couch befinden würde und man somit auf einen Aushilfsgitarristen zurückgreifen musste, welcher aber eine mehr als nur passable Figur machte.

Mit Songs wie „Prayer in the dark“, „Saturday Satan“, „Raise your fist, evangelist“, “We take the church by storm”, Resurrection by erection”, “We drink your blood” oder dem supergeilen Rausschmeisser “Lupus dei” konnte die Band erneut auf ganzer Linie begeistern. [chris]

Jetzt waren Grave Digger mal wieder an der Reihe. Bisher war ich von der Band Live nicht so angetan. Jedoch diesmal war ich recht positiv überrascht wie sich Digger zeigten. Weiß nicht, aber bisher wurde ich nicht so richtig mit der Truppe warm und Live wurde ich bisher nicht so überzeugt wie die vielen Fans dieser Band. Waren doch eine Menge Leute jetzt vor der Bühne um die Band um Sänger Chris Boltendahl anzufeuern. Dies nahmen Grave Digger auch dankend an und gaben es mit einem musikalischen Feuerwerk ihrer Seite an die Meute zurück. Mit Songs wie eben „Heavy Metal Breakdown“, „Excalibur“, „Ballad Of A Hangman“ oder „Rebellion“ war das auch kein Problem und die Masse vor der Bühne ging gut ab und sang auch immer wieder schön mit.

Inzwischen war die Halle auch absolut gut gefüllt, man merkt, dass in Unterfranken der Power Metal sehr beliebt ist und es dort viele Fans zu Konzerten dieser Art zieht. [wolle]

Aber nun zu Iced Earth, dem heimlichen Headliner dieses Festivals. Für mich war es der Augenblick, auf dem ich ganz besonders hin gefiebert habe – zumal man mit „Dystopia“ wohl eines der besten Heavy Metal Alben 2011 veröffentlicht hat. Nun also die Feuertaufe des neuen Sängers Stu Block in Geiselwind, der aber von seiner vorigen Band Into Eternity schon wusste, wie man die Meute anzuheizen hat. So dauerte es auch beim ersten Song „Dystopia“ nicht lange und die Eventhalle entpuppte sich als wahrer Hexenkessel. Tight wie eh und je parierten Jon Schaffer und seine Mannen den Auftritt und spielten erfreulicherweise viele alte Hits der Band (darunter auch standardgemäß als Rausschmeißer die Hymne „Iced Earth“). Ein wirklich megageiler Auftritt von Iced Earth, die man einfach zu den besten Metal Bands dazuzählen muss – besser kann es eigentlich gar nicht mehr sein und wenn man sich die Reaktionen im Publikum ansah, waren ganze viele Metalheads der gleichen Meinung. [chris]

Mit Blind Guardian kam dann die letzte Band an diesem Abend auf die Bühne. Sänger Hansi Kürsch und sein Gefolge überzeugten von der ersten Sekunde an die Menge. Hier merkt man das Blind Guardian mit zu den angesagten Bands in Deutschland zählen. Power Metal der absoluten Klasse gab es zu lauschen. Songs wie z.B. „Welcome To Dying“, „Ride Into Obsession“ oder „Valhala“ wurden nicht „nur“ auf der Bühne gesungen, nein auch weit vor der Bühne erklang der eine oder andere Song aus den vielen Kehlen der Fans. Man merkt der Band macht die gute Stimmung der vielleicht knapp 4000 Leute richtig Spaß.

Zweiter Tag des Christmas Metal Meeting, der schon um 10 Uhr beginnt. Klar war zu dieser Zeit kaum einer auf den Beinen. Das zeigte sich dann auch in der Halle.

Eröffnet haben Defuse My Hate aus Bad Kissingen - eine Mischung aus Thrash / Death Metal mit cleanem Gesang sowie tiefen Growls liefern die 4 Jungs ab. Die seit 2008 existierende Band gab alles, auch vor vielleicht knapp 80 Leuten, die wirklich immer mal wieder einen Blick Richtung Bühne warfen und lauschten was da von den Brettern der Welt runter donnert.

Absorb, die ihr Unwesen schon seit 1989 (1994 war aber mal für ca. 13 Jahre eine Pause angesagt) treiben, standen nun auf der Bühne. Die Herren aus Erlangen hatten schon den einen oder anderen Headbanger mehr vor der Bühne. Nach 2 Tapes, einigen Samplerbeiträgen kam 2010 „Dealing With Pain“ als Eigenpressung auf den Markt (inzwischen arbeitet man an einem Nachfolger). Günny, der „Sänger“, grunzte was das Zeug hielt und klang schon sehr brutal :-). Man konnte zwar einige in der Halle überzeugen, doch waren Viele noch nicht so richtig wach. Die Stimmung hielt sich dadurch also auch hier in Grenzen.

Mit Justice war dann die dritte Band an der Reihe. Eigentlich sind die 5 als Coverband unterwegs und haben sich damit eine recht große Fangemeinde erspielt. Jedoch diesmal spielte man eigene Songs. Ich denke, die Band kommt doch um einiges besser an wenn sie ihre Coverversionen der Masse um die Ohren hauen. Sorry.

Für die kurzfristig abgesprungenen Dawn Of Disease standen die Ösis Lost Dreams auf den Brettern. Mit melodischem Death Metal konnte die Band doch schon mehr Leute vor die Bühne locken und für sich begeistern. Mit 5 Veröffentlichungen ist die seit 1996 gegründete Band auch keine Anfängertruppe mehr. Lost Dreams konnten mich dann auch mit am meisten überzeugen und zeigten neben Absorb für mich bis hier den besten Auftritt des noch frühen Tages. [wolle]

Die Polen von Azarath waren nun die erste richtige Knüppelband des Tages und gottlob war auch hier Inferno hinter der Schießbude, nachdem Behemoth live immer noch ein wenig ruhen. Schon anhand des Erscheinungsbildes der Herren konnte man erkennen, dass die Jungs etwas düsterer zur Sache gehen und auch wenn der Auftritt nur magere 25 Minuten dauerte, war er sehr heftig. Mit dem Opener „Supreme reign of Tiamat" des brandneuen und extrem geilen Albums „Blasphemers' maledictions" konnte man sofort für Furore sorgen und dies sollte sich auch im Verlauf des Gigs nicht ändern. Lediglich „Holy possession" wurde meiner Ansicht nach noch vom neuen Album als Rausschmeißer gespielt, ansonsten gab es nur älteres Songmaterial zu hören. Der Auftritt der Polen war ok, aber aufgrund der frühen Uhrzeit vielleicht noch zu heftig und auch beim Sound hatte man Meister Satan noch nicht so ganz auf seiner Seite. [chris]

Als nächstes folgten Warbringer. Endlich für mich ein wirkliches Highlight. Geiler Thrash Metal der immer gerne mal an schönen Old School erinnert. Die Amis boten einen geilen Gig und feuerten ein wahres Thrash Feuerwerk ab. Die Herren prügelten sich durch ihr Programm um das aktuelle Album „Worlds Tom Asunder“ der Meute so richtig um die Nase zu hauen. Da war Spaß und Spielfreude von der ersten bis zur letzten Sekunde zu erkennen. Geile Solis, hastige Riffs ohne Ende. So ganz langsam füllte sich auch die Halle immer mehr, aber es war klar, so viele wie am Vortag kommen an diesem Tag nicht. [wolle]

Also was ich persönlich von Milking The Goatmachine halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Fakt ist, dass die Jungs sicherlich auf ihre Art originell sind und auch schon eine Menge Anhänger haben. Die Band wurde jedenfalls frenetisch erwartet und auch abgefeiert, was zum einen an der teilweise sicherlich lustigen Darbietung ihrer Songs lag (die Jungs sind sich ja wirklich für keinen Gag zu schade), aber auch an dem sehr groovigen Death Metal, der richtig tight vorgetragen wurde. Und auch der Sound war auf einmal richtig fett, so dass gerade vor der Bühne eine kleine Bombe detonierte. Eine richtig starke Performance der Ziegenanbeter.

Ganz anders bei Marduk: ganz ehrlich, ich kann die Band mittlerweile einfach nicht mehr sehen, sie waren einfach zu präsent in den letzten Jahren, man kam ja fast nie um sie rum, ständig spielten sie auf allen möglichen Tourneen mit. Und somit überkommt mich gepflegte Langeweile, wenn ich meine einstige Fave-Band zu „Those of the unlight“-Zeiten auf der Bühne ertragen muss. Wenigstens eröffnete man noch den Gig mit jenem Titelsong, was mich als alten Fan noch sehr erfreute, aber danach gab es wieder nur die Standard-Black Metal Plörre, die gerade im hinteren Teil der Halle doch nur als Lärm wahrzunehmen war. Zu dieser Zeit verdrückte ich dort an den Ständen gerade eine Currywurst und unterhielt mich mit ein paar anderen Fans über Marduk und alle waren sich einig, dass diese Band nicht mehr ernst genommen werden kann. [chris]

Jetzt wurde es etwas melodischer mit der Humppa – Truppe Equilibrium. Mittlerweile war die Halle auch noch etwas voller geworden, man merkte hier stand eine zurzeit recht angesagte Band auf den Brettern. Die Stimmung ging auch in wenigen Sekunden klar nach oben. Die Band konnte ihren Fans das dann auch von der ersten Sekunde an zurückgeben. Man strotzte nur so vor Spielfreude und Begeisterung. Die Menge sang und sprang und tanzte mit. Auch die hier immer noch sehr unpassende „Wall Of Death“ wurde ausgeführt. Na ja, wenn es Spaß macht.

Mit Caliban kam jetzt eine Band, die wohl nur den ganz wenigen Metalcore Fans so wirklich zusagte. Dafür durften dann Hochkaräter wie Necrophobic und Nervecell, die ebenfalls mit Morbid Angel auf Tour waren und die Zeit im Bus überbrücken mussten, hier nicht auf der Bühne ihr Unwesen treiben (das verstehe wer will, ich nicht!). Mit viel Gebrüll und Härte versuchten Caliban doch einige auf ihre Seite zu ziehen, was aber nur zum Teil gelang. Ich hätte lieber die anderen beiden Bands gesehen, sehr schade! [wolle]

Von einem meiner Schreiberlinge bekam ich Triptykon als Liveerlebnis ganz besonders ans Herz gelegt, nachdem diese Band um Gabriel Fischer auch auf dem diesjährigen Rock Hard Festival mit von der Partie war und dort wohl mächtig für Furore sorgte. Man sagte mir, danach müsste man keine andere Black Metal Band mehr live sehen, und nach diesem Auftritt in der Eventhalle muss ich sagen, dass der gute Herr nicht übertrieben hat. Triptykon kommen ganz besonders live richtig düster und bedrohlich rüber, man muss es wirklich live erlebt haben, denn während die anderen beiden Gitarristen ordentlich ihr Haar hin und herwerfen, steht Gabriel Fischer ziemlich ruhig auf der Bühne und durchbohrt mit seinen schwarzuntermalten Röntgenaugen die Seelen der anwesenden Fans. Nur wenige Worte zwischen den Songs waren ihm zu entnehmen, darunter auch „Frohe 'Leihnachten' – nachdem man uns Heiden auch dieses Fest noch weggenommen hat". Grandios. Ansonsten konzentrierte man sich souverän auf sein Set und natürlich durfte auch „Circle of the tyrants" nicht fehlen. Triptykon waren definitiv eines der Highlights an diesem Tag. [chris]

Mit Kataklysm kam aber schon ein weiterer Highlight Act auf die Matte. Mit Songs wie „Crippeld And Broken“, „Let Them Burn“ oder „Illuminati“ kochte die Eventhalle förmlich über. Die Holzfäller aus Kanada machten das was sie am besten können, geilen Death Metal in Hochform spielen. Hier war mächtig was los, vor sowie auf der Bühne. Die Band nahm keine Gefangene und holzte alles nieder. Kataklysm gehören nicht nur auf CD zu meinen Favoriten und dies bestätigte man diesmal auch Live. Geil! Death Metal ohne Gnade für die Ohren. [wolle]

Bei Arch Enemy versammelten sich die Fans wieder vor der Bühne und wurden Zeugen eines sehr starken Auftritts. Für mich war es doch tatsächlich das erste Mal, dass ich diese Band endlich mal live erleben konnte und auch ich war sehr angetan von der überaus professionellen Stageshow der Band um Frontfrau Angela Gossow, die bekanntlich wie ein ganzer Kerl grunzt und auch so männlichen Frontkämpfern in nichts nachsteht. Wirklich sehr beeindruckend, wie sich die hübsche Blondine auf der Bühne verausgabt für ihre Fans und wild ihre Matte schwingt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Der Gesang wird zwar für meine Begriffe immer gewöhnungsbedürftig bleiben, aber musikalisch gibt es an Arch Enemy gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil sogar, das Gitarrenspiel der Amott-Brüder setzt Akzente und gehört zum Besten, was die Extrem-Metal Szene zu bieten hat. Wenn Stücke der Marke „Yesterday is dead and gone“ (für mich der beste Song des aktuellen Albums „Khaos legions“), „Ravenous“, „Under black flags we march“, „Enemy within“, „We will rise“ oder die beiden Zugabenummern „Snow bound“ und „Nemesis“ angestimmt werden, hält es keinen kultivierten Headbanger lange still. Arch Enemy wurden somit ganz zurecht ordentlich abgefeiert.

Nach Arch Enemy bewegten sich die meisten Fans Richtung Ausgang in Bewegung, was mit großer Sicherheit der späten Stunde geschuldet war. Ganz ehrlich, ich kann mir auch nicht erklären, warum man die Götter des Death Metals, Morbid Angel, erst um 00:30 Uhr auf die Bühne lässt. Ich denke, es wäre viel sinnvoller gewesen, wenn man so manche Band aus dem Nachmittagsprogramm, die ohnehin nicht in den Black/Death Samstag reingepasst hat, von vornherein gestrichen und somit das Programm etwas zeitlich nach vorne gezogen hätte. Denn dann wäre nicht das eingetreten, was leider eingetreten ist: der Headliner Morbid Angel spielt vor leerer Halle, ein grauenvoller Anblick. Grauenvoll vorallem deshalb, weil Morbid Angel mal wieder klargemacht haben, warum nur ihnen die Death Metal Krone zusteht und keiner anderen Death Metal Band. Die Setlist war ein Traum, denn wer gleich mit Songs der Marke „Immortal rites", „Fall from grace", „Rapture" und „Blasphemy (of the holy ghost)" beginnt, der kann schon nichts mehr falsch machen. Im weiteren Verlauf kamen auch noch Songs wie „Maze of torment" (absoluter Kracher), „Angel of disease", „Chapel of ghouls", „Day of suffering" (hätte mir vom „Blessed are the sick"-Album aber auch mal andere Songs gewünscht!) oder auch „Where the slime live" dran, auch das neue und umstrittene Werk „Illud divinum insanus" wurde mit „Existo vulgoré" und „Nevermore" gewürdigt und gerade live kamen diese beiden Songs sehr gut an. Soundtechnisch war auch alles prima, wer direkt vor der Bühne stand, bekam die ganze Wucht der Band um die Ohren geblasen. Aushilfsdrummer Tim Yeung meisterte seinen Job hervorragend und vertrat Pete Sandoval mehr als würdig hinter der Schießbude. Trey Azagthoth spielte auch dieses mal wieder komplett in seiner eigenen Welt, einfach nur der Wahnsinn, was für Solis er immer wieder aus dem Hut zaubert, während David Vincent sich durchaus gut gelaunt zeigte (wir haben ihn auch schon ganz anders erlebt auf der Bühne!) und immer wieder die verbliebene Meute anheizte. Von Frust, dass die meisten Fans zu dieser späten Stunde die Halle verlassen hatten, war der Band jedenfalls nichts anzumerken und dafür gebührt ihnen einmal mehr Respekt. Ich jedenfalls fand es äußerst schade, dass nur so wenige Nasen bei Morbid Angel anwesend waren, denn für mich persönlich waren Morbid Angel zusammen mit Iced Earth die unbestrittenen Highlights des Christmas Metal Festivals in Geiselwind! [chris]

Draußen war es kalt, dunkel aber die, die hier zwei Tage sich auf dem Festival bewegt haben waren doch wohl sehr zufrieden. Die Preise für Essen und Getränke waren in Ordnung. Auch die Preise an der Kasse für Eintritt waren erschwinglich, gerade für kurz Entschlossene, die „nur" die Headliner sehen wollten, waren mit knapp 35 Euro gut bedient. Warum es aber die eine oder andere Band aus der Morbid Angel Tour nicht auf das Billing geschafft hat muss man nicht wirklich verstehen. Dies bleibt genauso ein Geheimnis wie die Tatsache, dass sich 4-5 Bands einen kleinen Backstage Bereich teilen mussten. Den Bands merkte man zum Glück den leichten Ärger hinter der Bühne während ihres Auftritts nicht an. Dafür muss man den Hut ziehen. Ach ja, und gut war auch, das der kleine Metal Markt nicht wie ursprünglich geplant draußen im Freien statt fand, sondern doch im obersten Stock der Eventhalle. [wolle]

Live Pix: Wolfgang Schmeer

SYMPHONY X, PAGAN'S MIND, DMG im Colos-Saal, Aschaffenburg, 04.10.2011

Am 04.10.2011 stand der Aschaffenburger Colos-Saal ganz im Rahmen des Progressive Power Metal. Den Auftakt machten die italienischen Jungs von DMG, bei deren Auftritt die Halle schon sehr gut gefüllt war. Trotz sieben Veröffentlichungen dürfte diese Formation vielen Fans nicht so bekannt sein, aber dafür haben DMG einen richtig guten Job abgeliefert. Mit melodischem Power Metal mit Prog-Einflüssen sorgte die Band für durchgehend gute Stimmung. Gott sei Dank war die Lautstärke nicht übertrieben hoch wie so oft im Colos-Saal, und das tat dem Sound hörbar gut. Alles in allem also ein gelungener Start in den Abend, der nach einer kurzen Umbaupause mit Pagan´s Mind in die zweite Runde ging.

Pagan´s Mind konnten nahtlos an die gute Stimmung anknüpfen und überzeugten die Fans mit technischer Klasse und gelungener Songauswahl. Die Gruppe bot hochwertigen Progressive Power Metal mit überwiegend eingängigen Melodien. Zum Glück uferten die technischen Fähigkeiten nicht in nerviges Angebergefuddel aus, sondern die progressiven Parts waren meistens songdienlich integriert und störten nicht den Fluss der Songs. Na gut … gegen Mitte/Ende gab es auch ein Instrumental, was schon ein bisschen in Richtung Angeberei ging, aber die Fans störte das keineswegs. Der Sound war wieder verdammt gut und insgesamt muss man der Band einen durchweg sehr guten Auftritt bescheinigen.

Es folgte eine etwas längere Umbaupause, bevor der Headliner mit einer fulminanten Lightshow die Bühne enterte. Nun erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt, und es wurde deutlich, für wen die Fans gekommen waren. Mit sehr gutem, aber auch brutal lautem Sound eröffneten Symphony X ihren Gig mit Iconoclast. Sowohl die Musik als auch der Sound hatte eine brachiale Power und drückte demzufolge tierisch. Passend dazu strahlte die Band eine unglaubliche Energie aus. Allen voran Frontmann Russell Allen, der eine Bühnenpräsenz hatte, wie ich sie selten gesehen habe. Ok … der Typ sieht auch aus wie ein Bär und könnte glatt als Wikinger durchgehen. Oder wie der kleine Bruder von Scott Columbus, denn optische Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Nichtsdestotrotz wirkte Russell wie auch der Rest der Band überaus sympathisch und suchte auch direkten Publikumskontakt, was sehr gut ankam. Die Reaktionen der Fans waren entsprechend enthusiastisch, was wiederum zur Freude seitens der Band führte. So muss es sein … das ist der berühmt-berüchtigte Funke, der zwischen Band und Fans übersprang. Jetzt noch ein Wort zur Playlist: Symphony X spielten überwiegend Songs vom aktuellen Iconoclast-Longplayer und dessen Vorgängers Paradise Lost. Von den ersten drei bis vier Scheiben gab es (leider) wenig zu hören, was darauf hindeutet, dass die Jungs aus New Jersey immer mehr Richtung Power Metal tendieren. Natürlich gibt es dabei auch progressive Passagen, aber diese sind bei weitem nicht mehr so ausgeprägt wie zu Karrierebeginn. Den Fans war das egal, denn die Stimmung war wie gesagt einfach klasse. Fazit: ein toller Abend mit einem hervorragenden Auftritt, der die Fans voll und ganz begeistern konnte. [wolfgang volk]

Live Pix: Holger Schwendemann

VADER, KRISIUN, ESSENCE Live in Darmstadt, Steinbruch-Theater, 22.06.2011

Die polnische Panzerdelegation VADER hatte zur Summer Campaign geladen und im Schlepptau befand sich mit KRISIUN genau der richtige Support für diese Band. VADER, wohl eine der fleißigsten Live-Bands überhaupt auf diesem Planeten, touren in regelmäßigen Abständen durch deutsche Lande und machen zum Glück auch eigentlich immer im Rhein/Main Gebiet Rast, so dass wir erneut in den Genuss ihrer Show kommen konnten. Etwas verwundert war ich dennoch, dass nur so ca. 200 Nasen den Weg in den Steinbruch fanden, immerhin war am nächsten Tag frei wegen Fronleichnam und mit KRISIUN war eine äußerst ambitionierte Band mit am Start. Zunächst sollten an diesem Abend auch 4 Bands spielen, doch hatte sich die belgische Formation Resistance schon vorher aus dem Staub gemacht, so dass ESSENCE den Openerslot übernahmen – und die Jungs waren richtig gut! Sie schafften es bereits als Opener, die anwesenden Fans mit ihrem Thrash Metal zu entzücken. Spielerisch erinnerten ESSENCE an alte SACRED REICH und vorallem alte METALLICA, machten hier aber auch keinen Hehl daraus. Man merkte ihnen die Spielfreude an und da jeder Einzelne ziemlich fit an seinem Instrument zu sein schien, hatten die Songs auch ein gewisses Niveau. Oder wo habt ihr es schon mal erlebt, dass eine Opener-Band ein astreines und gelungenes Basssolo zum Besten gibt? Keine Frage, ESSENCE waren ein toller Einstieg, doch nun war es Zeit für die mächtigen KRISIUN.

Die Brasilianer hatten von der ersten Sekunde an das Publikum voll im Griff und zelebrierten Highspeed-Death Metal vom allerfeinsten! Was hier in den 50 Minuten geboten wurde, ließ bei den Anwesenden die Kinnlade nach unten klappen, denn die Band präsentierte sich in Topform und wirklich ultratight – jede Blastsalve saß wie die Faust aufs Auge und gerade der Drummer schien nicht von dieser Welt zu sein – wie schweißtreibend sein Job war, sah man am Ende des Sets, als er sich von seinem Thron erhob und den Fans danken wollte; sämtliche Klamotten waren nur noch nasse Fetzen. Aber kein Wunder bei dieser Vorstellung. KRISIUN sind auch so unheimlich sympathische Jungs und gesellten sich nach der Show noch unters Publikum, um mit dem Einen oder Anderen ein Schwätzchen zu halten – Fannähe pur! Doch auch auf der Bühne bedankte sich die Band mehrfach beim Publikum, was wiederum gut ankam. Die gespielten Songs selber sind die pure Brachialität und KRISIUN sind als Musiker dermaßen gereift, dass es heutzutage kaum Bands gibt, die es in dieser Hinsicht mit ihnen aufnehmen können. Das jahrelange Touren trägt nun Früchte und auch dazu bei, dass eine solche Vorstellung überhaupt möglich war. Die gesamte Spielzeit über gab es Death Metal, wie er härter und brachialer gar nicht sein könnte und so tight vorgetragen, dass man diesen Auftritt schon als eine Lehrstunde bezeichnen muss. Auch vom kommenden neuen Album der Brasilianer wurde ein Song gespielt (den Namen habe ich leider vergessen), der ebenfalls aufhorchen ließ. Für mich waren KRISIUN die absoluten Gewinner des Abends, ein wirklich überzeugender Auftritt.

Respekt für VADER, eine solch starke Band wie KRISIUN im Vorprogramm spielen zu lassen, denn dadurch wird die Messlatte ziemlich hoch gelegt – aber auch das unterstreicht die Professionalität von VADER, mit solchen Dingen umzugehen. Und VADER waren natürlich auch wieder sehr gut! Man durfte gespannt sein, wie sich die Band im nahezu kompletten neuen Line-Up präsentieren würde, denn nur Bandkopf Peter war ja mal wieder übriggeblieben. Doch auch die Neuen machten ihre Aufgabe außerordentlich gut und spielten die Songs der Band gewohnt ultratight. Mit „Come and see my sacrifice“ war ein neuer Song vom kommenden Album „Welcome to the morbid reich“ vertreten, der schon mal aufhorchen ließ. Weitere Songs, die im Laufe des Sets gespielt wurden, waren u.a. „Silent empire“, „Carnal“, „Sothis“, „Back to the blind“, „Shadowfear“ und „This is the war“. Insgesamt also eine ziemlich gute Setlist, auch wenn ich mir noch „Dark age“ gewünscht hätte – aber dieser Song wird sonst fast auf jeder Tour gespielt. Bandkopf Peter hatte von Beginn an das Publikum im Griff und kommuniziert mit diesem ja auch in deutscher Sprache, was ebenso zeigt, wie fleißig die Band durch Deutschland tourt. Einziger Kritikpunkt einer ansonsten gewohnt überzeugenden Vorstellung VADER’s war die Spielzeit, die mit 60 Minuten für einen Headliner einfach zu kurz ist, vorallem, wenn eine Band im Voraus auch noch den Auftritt absagen musste und kein Ersatz an Land gezogen werden konnte. Zwar gab es mit „Raining blood“ (SLAYER) und „Black Sabbath“ (BLACK SABBATH) noch zwei interessante Coversongs im Zugabeteil, zu kurz war der Auftritt dennoch. Egal, der Abend war definitiv als gelungen zu bezeichnen und machte unheimlich Laune – in diesem Sinne auch nochmal Danke an den Veranstalter, der dieses gelungene Package in die Main/Rhein Region geholt hatte und dafür sorgt, dass auch hierzulande der Metal nicht zu kurz kommt! [cm]

Weitere Infos zu kommenden Events: www.steinbruch-theater.de  

Live Pix: Wolfgang Schmeer / Streetcleaner Zine

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