FANTTASMA nennt sich die neue Band von Ex-Torture Squad-Gitarrist Augusto Lopes. Mit dem Thrash/Death früherer Zeiten hat dieses Trio allerdings recht wenig am Hut. Düster und meist schleppend benötigen die Songs den einen oder anderen Anlauf, bevor sie zur vollen Entfaltung kommen. Hat man jedoch in den Sound von FANTTASMA rein gefunden, offenbaren sich einem ungewöhnliche Klänge und eine Reise in Sphären, die beängstigend und gleichzeitig verträumt wirken …



Augusto, du bist 2010 bei Torture Squad ausgestiegen …

„Um mehr Zeit im Studio mit aufnehmen und produzieren verbringen zu können, habe ich beschlossen, die Band zu verlassen. Zudem wollte ich selbst Songs komponieren, was bei Torture Squad nur bedingt möglich war. Letztendlich war es eine schwere Entscheidung, aber im Endeffekt die richtige für mich. Ich bin aber nach wie vor in Kontakt mit den Jungs. Unsere Freundschaft währt fort.“

Wie kamen FANTTASMA zustande? Existierte die Idee bereits vor deinem Einstieg bei Torture Squad im Jahre 2008?

 „Einige Riffs sind tatsächlich schon recht alt. Die Ideen häuften sich und daher mußte ich etwas damit tun und FANTTASMA waren geboren. Die Bandbesetzung ergab sich irgendwie von selbst. Unser Schlagzeuger Rafael Galbes ist der Drum-Techniker von Torture Squad und mir daher bestens bekannt gewesen. Thiago singt normalerweise bei Deadly Curse, die eine völlig andere Musik als FANTTASMA machen. Ich war allerdings überzeugt, dass seine Stimme perfekt zu uns passen würde und habe ihn daher rekrutiert.“

Wie würdest die Musik von FANTTASMA beschreiben?

„Ich tue mir sehr schwer mit Genres. Letztendlich ist FANTTASMA Metal. Ich liebe extremen Metal, höre aber auch eine Menge anderen Stoff und letztendlich beeinflusst dies alles meine Arbeit. Für mich selbst ist es schwer der Musik einen Stempel aufzudrücken. Da lasse ich lieber andere Leute in die Songs reinhören, die dann zu einem eigenen Ergebnis kommen.“

Die Basis einiger Songs würde ich als eine Mischung aus früheren The Gathering und Paradise Lost beschreiben, wobei die Vocals etwas heftiger ausgefallen sind und auch Progressive-Fans ordentlich Futter bekommen. Gespickt ist das Ganze mit einigen Überraschungen. So gibt es Saxophon-Einsätze, die tatsächlich gut ins Gesamtbild passen und auch gesangstechnisch hat man noch ein paar Gäste ins Boot geholt.

„Nichts war geplant. Ich brauchte einen Saxophonspieler, also machte ich mich auf die Suche nach einem und fand Alexandre Herrera. Ebenso suchte ich nach einer bluesigen Frauenstimme und da fiel uns Fernanda Lira ein, die normalerweise bei den Thrashern von Nervosa spielt. Daniel Wergan hingegen ist der Sänger einer Doom-Band namens Dying Embrace mit denen ich bereits gearbeitet habe und Ascaris (Vocals) kenne ich von meiner Band Eternal Malediction, die allerdings derzeit auf Eis liegt. Alles lief recht unkompliziert ab und ich danke allen, die ihren Part zu diesem Album geleistet haben.“

FANTTASMA scheint mir eher ein Studioprojekt zu sein oder sind Live-Konzerte geplant?

„Im Moment ist noch nichts geplant, aber ich hoffe natürlich, FANTTASMA zukünftig auf die Bühne bringen zu können. Allerdings verursacht dies auch einige Kosten, denn es sind mehr Musiker nötig, als wir in Trio-Form bewältigen können.“

Euer Cover erinnert mich stark an Vincent van Gogh's 'Cafeterrasse am Abend' …

„Ich war schon immer ein Fan des Impressionismus und so fragte ich den Künstler Carlos Cananea, den ich wirklich für eine Ausnahmeerscheinung halte, ob er mir ein Cover erstellen könnte. Er hat ein schönes Stückchen Kunst gefertigt.“

Textlich dürfte es nicht unbedingt um die Sonnenseiten des Lebens gehen …

„Täusch' dich nicht … gerade 'Corona' handelt speziell von der Sonne, haha! 'Metropolis' hingegen behandelt unseren Hang zum Konsum und den unnatürlichen Life Style, den eine Stadt wie Sao Paulo mit sich bringt. Im Großen und Ganzen behandeln wir 'Alltagsthemen', allerdings auf unsere spezielle Art und Weise.“

Wie kann man an die Musik von euch ran kommen?

„Unter http://fanttasma.bandcamp.com kann man die Songs streamen und für gerade mal 2 US-Dollar inklusive dem Artwork in High Resolution downloaden. Sicherlich wird es in Kürze auch eine entsprechende CD und Merchandise geben. Darüber halten wir euch über Facebook auf dem Laufenden.“

Wie sieht deine weitere Planung für dieses Jahr aus? Auch im Bezug auf deine Producer-Tätigkeit …

„Im Moment gilt es natürlich 'Another Sleepless Night' zu promoten. Ich schreibe bereits Songs für ein zweites Album. Es gibt Ideen für ein Video. Hier wird sich zeigen, inwieweit sich diese realisieren lassen. Desweiteren produziere ich gerade eine EP für die Crossover/Thrash Band Imminent Attack, deren Live-Shows wirklich stark sind. Ich habe bereits deren Album 'Deliver Us From Ourselves' gemacht, welches durchweg gute Reviews einfuhr. Mit Dying Embrace werde ich ebenso ein neues Album angehen und für Lothloryen remixe ich gerade eine CD, die dann in Europe über Power Prog Records erhältlich sein wird. Gelegentlich bin ich auch als Live-Mischer aktiv. Wenn du so wie ich in die Musik involviert bist, hast du nicht viel Freizeit.“

Durch all diese Tätigkeiten hast du natürlich einen guten Einblick in die brasilianische Metalszene. Was hat sich hier in den letzten Jahren verändert?

„Die Szene wächst und agiert etwas professioneller. Aber es ist ein langsamer Prozess. Ein prägnantes Problem ist halt immer noch die große Entfernung zu Europa. Die Flug- und Verpflegungskosten für eine komplette Band auf Tour sind für unsereins enorm hoch, da unsere Währung zudem schwächer ist als beispielsweise der Euro. Studiotechnisch hat Brasilien nachgelegt, jedoch gibt es wenige Leute die wirklich wissen, wie man mit einer Metal-Band arbeitet. Aber dank der Technik bekommen mittlerweile selbst Underground-Bands einen guten Sound hin.“

Hansy



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